Es isch emoll e Ueli gsii.....

Seit hunderten von Jahren wurden unterschiedlichste Gelegenheiten und Anlässe mit Trommelklang begleitet. Taufe, Hochzeit, Beerdigung, Neujahr, Vogel Gryff, Fasnacht, sind nur einige Beispiele. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr das bis dahin praktizierte Schlagen der Trommel in der Schweiz eine markante Veränderung. Es waren Legionstambouren in französischen Diensten, die vor bald 150 Jahren ihre Garnisonen verliessen und ins Elsass und nach Basel zurückkehrten. Hier lehrten sie den Basler Burschen eine neue Art der Trommelkunst. Und diese neue Schule nahmen sich unsere Cliquen-Vorfahren zu herzen.

 

Gegründet anno 1876 als “Basler Ueli”, sind die Ueli 1876 heute die älteste Basler Tambourengruppe, gespickt mit “offiziellen” Trommelkönigen sowie Militärtambouren. Seit 1876 geniessen sie die “drey scheenschte Dääg” vollkommen zwanglos, weil völlig unabhängig vom Fasnachtscomité.

 

Der Palmarès der Ueli 1876 reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus. So wurden sie als erste Basler Gruppierung zum zweiten Mal vom hiesigen Konsulat in New York zur offiziellen Schweizer Bundesfeier in Manhatten eingeladen, umrahmten in Toronto anlässlich einer Länderausstellung den Auftritt der Schweiz, swingten am Dortmunder Jazzfestival mit, triumphierten am “Bicentenaire” in Paris, und werden von der kantonalen Regierung immer wieder mal gerne für nationale Highlights, z.B. EXPO, aufgeboten.

 

Das Zytigs-Anni, ehemalige Spitzen-Schnitzelbänklerin, meinte damals: „Bei den Ueli 1876 handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Tambourengruppe, sondern um ein Narrenschiff mit vielen Gallionsfiguren und einer Fangemeinde im Kielwasser.“

 

Bewusst bewegt sich diese Formation im anarchischen Stil, fern von Comitè-Zwängen. Ihre Trommelvirtuosen werden dadurch nicht zum offiziellen Preistrommeln zugelassen. Deshalb organisieren die Ueli 1876 in unregelmässigen Abständen mit grossem Erfolg die beliebten Ueli-Plauschpreistrommeln. Die Ueli-Trommler zelebrieren ihren eigenen alt-baslerischen Trommelstil, den typischen Ueli-Sound eben, und freuen sich jeweils wie kleine Kinder auf alle mit der Fasnacht verbundenen Aktivitäten.

 

Vom Routentrommeln überdrüssig gewordene Comité-Cliquenfasnächtler stossen regelmässig zu den wilden Ueli 1876. Jedes Jahr könnten diese ihre Legionärstruppe mit Gleichgesinnten vergrössern. Doch bei Legionären herrschen raue Sitten: Nur spontan und mit Zustimmung aller Mitglieder wird ein neuer Ueli aufgenommen.

 

Und so werden, wie zu Zeiten als noch Prinz Karneval an der «Fastnacht» regierte, die Narren im Ueli-Kostüm mit ihrem Sound und Witz das fasnächtliche Treiben weiterhin beleben.